Der ZANTHO-Jahrgang 2014 **(*)

Der Jahrgang unterscheidet sich vollkommen von den Jahrgängen zuvor – ein in den ersten Ansätzen großartiger Jahrgang wurde von regelmäßigen Regenfällen alles abverlangt. Nur wer strengste Mengen- und Qualitätsselektion betrieben und rechtzeitig vor dem großen Herbstregen gelesen hat, konnte gesunde Trauben einbringen.


Der Frühling war mild und sehr niederschlagsreich und der Grundwasserspiegel des Neusiedlersees konnte sich so gut erholen. Der Austrieb begann relativ früh bereits Anfang April und das Wachstum der Rebstöcke ging bei relativ kühlen Temperaturen zügig voran. Die Blüte verlief Anfang Juni etwas zögerlich. Bedingt durch die kühle Witterung gab es einige Verrieselung was zu schön lockerbeerigen Trauben, dafür aber weniger Behang führte.

Die Hitze des Sommers ließ dann ein wenig auf sich warten und nur selten zeigte sich die Sonne länger mit den entsprechenden Temperaturen – trotzdem legten unsere Reben kontinuierlich an Reife zu. Ein klarer Vorteil des generell wärmeren Klimas bei uns im Seewinkel, der wärmsten Region Österreichs, und der schottrig-warmen Böden, die auch in kühleren Jahren zu einer guten Reife führen! Der Pilzdruck war aufgrund des relativ feuchten Sommers enorm hoch und es war heuer mehr denn je notwendig extrem streng zu selektionieren und in den Weingärten ständig präsent zu sein.

Vor der Hauptlese war es heuer notwendig einen zusätzlichen Durchgang im Weingarten einzulegen um noch einmal einzelne faule Beeren rigoros auszusortieren - ein unbedingt notwendiger Schritt der viel Zeit und Mühe kostete, für eine hohe Qualität aber unerlässlich war. Um nicht der Fäulnis zum Opfer zu fallen, war es heuer notwendig den Lesezeitpunkt sehr sorgfältig zu bestimmen. Ganz klar liegen jene Betriebe vorne, die heuer nicht allzu lange zugewartet haben. Wir begannen bereits am 7. September unter großer Anspannung mit der Lese von Sankt Laurent und Muskat, gefolgt von Veltliner, Zweigelt und den restlichen Sorten.. Ende September ist die ganze Lese bereits abgeschlossen.

 

Die ersten Weißweine zeigen sich überraschen fruchtig mit guten Säurewerten bei moderatem Alkohol und sind sehr gut. Die Rotweine des Jahrgangs sind fruchtig-frisch, charmante Klassiker mit mittleren Alkoholwerten um die 12.5% und für den baldigen Genuss geeignet. Aufgrund des schwierigen Lesematerials wird es heuer konsequenterweise keinen klassischen Sankt Laurent und Pinot sowie keine Süssweine geben.

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