Der ZANTHO-Jahrgang 2002 ****

Das Burgenland ist anders! Herrschte im übrigen Österreich oft kühles und feuchtes Wetter vor, so gab es im äußersten Osten eine der trockensten und wärmsten Vegetationsperioden überhaupt. Schon Anfang September konnten vollreife Trauben geerntet werden. Die ersten Verkostungen bestätigen die großartige Qualität mit fruchttiefen, dichten Weinen.

Nach einem ungewöhnlich trockenen Winter, der weder Schnee noch Regen brachte, konnten die Winzer sich erst kurz vor Ostern Ende März über geringe Niederschläge freuen. Und in den Wochen danach über die folgenden Wetterkapriolen wundern: Nachdem es zu Frühlingsbeginn schon relativ warm war, kehrte Anfang April unvermutet der Winter zurück. Ende des Monats wiederum animierten sommerliche Temperaturen die Reben zum sehr frühen Austrieb. Der warme, von großer Trockenheit geprägte Mai - in Andau regnete es nur 23,5 Millimeter - mit zahlreichen Föhneinbrüchen trieb diese wachstumsfördernde Entwicklung voran. Ende des Monats setzte die Rebblüte ein, die begünstigt durch die warme Witterung optimal verlief. Der Traubenansatz zeigte sich extrem dichtbeerig.

Nach einer Hitzewelle im Juni, wo an elf Tagen über 30 Grad Celsius gemessen wurden (Temperaturspitze am 23. Juni mit 36,7 Grad Celsius) hatten die Reben einen Vegetationsvorsprung von etwa drei Wochen. Durch die knappen Wasserressourcen blieben die Beeren eher klein und entwickelten dicke Schalen. Um die Qualität zu sichern und Schäden zu vermeiden, werden ca. 80 Prozent der Zantho-Weingärten über eine Tröpfchenbewässerung mit Feuchtigkeit versorgt,. Dadurch konnte zumindest eine Grundversorgung der Reben mit Wasser gewährleistet werden.

Im Juli fielen endlich einige Tropfen, aber zu wenig, um die bisherige Trockenheit auszugleichen. Die Zantho-Anlagen blieben allerdings vom Hagelschlag, der zwischen Gols und Halbturn niederging, verschont. Bereits ab Mitte Juli färbten sich auf Grund der hohen Temperaturen die ersten Beeren rot. Der Juli endete mit einer herbstlichen anmutenden Periode, die kühle Nächte brachte. Reife und Bukettbildung der Trauben machten rasche Fortschritte, sodass Anfang August alle Rotweintrauben gefärbt waren. Hitze und Trockenheit bestimmten den weiteren Wetterverlauf, bis Mitte August endlich der lang ersehnte Regen einsetzte. Doch während diese Regenfront andernorts sintflutartige Niederschläge brachte, erreichten das Burgenland nur die Ausläufer dieser Front.

Rasch übernahm die Sonne wieder das Kommando und die folgenden kühlen Nächte prägten die Aromatik des Jahrgangs 2002. Ab 5. September konnten die frühen Sorten beginnend mit St. Laurent, Zweigelt und Pinot Noir mit hervorragenden Ergebnissen geerntet werden - 100 Grad Oechsle waren keine Seltenheit. Nach einer kurzen Pause folgten mit ebenso großartigen Qualitäten die Blaufränkisch-Trauben.

Im Großen und Ganzen ging die Ernte in Andau sehr zügig über die Runden und war nach zwei Wochen abgeschlossen. Der Hektarertrag lag auf Grund der kleinen Beeren und der zu geringen Wasserversorgung um ca. 20 Prozent geringer als im Vorjahr (durchschnittlich 5.000 kg/ha), Fäulnis spielte keine Rolle.

Zu Beginn des neuen Jahres können wir guten Gewissens ein erstes Resümee ziehen: Der Jahrgang 2002 lässt keine Wünsche offen. Die hervorragenden Rotweinqualitäten mit viel Fruchttiefe und Dichte bereiten nicht nur viel Freude, sondern erfüllen auch die hohen Erwartungen. Die sehr typische Linie der "neuen" österreichischen Rotweine - ZANTHO steht ja beispielgebend dafür - findet mit dem neuen Jahrgang eine erfreuliche Fortsetzung.

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